{"id":121,"date":"2013-02-16T11:12:15","date_gmt":"2013-02-16T11:12:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lived-space-lab.org\/stadterfinden\/?p=121"},"modified":"2013-02-16T11:45:33","modified_gmt":"2013-02-16T11:45:33","slug":"cw03-wohnort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lived-space-lab.org\/stadterfinden\/cw03-wohnort\/","title":{"rendered":"CW03 Wohnort"},"content":{"rendered":"<p>C: Zur Zeit wohnen Sie&#8230;<br \/>\nW: &#8230;auf der Wotanstra\u00dfe.<br \/>\nC: Wie lange wohnen Sie schon dort?<br \/>\nW: Wir wohnen da seit 1975, und ich habe immer in Lichtenberg gelebt.<br \/>\nC: Stand f\u00fcr Sie denn je die Frage im Raum in welches Gebiet man in Berlin zieht?<br \/>\nW: Hier gab es die Wohnm\u00f6glichkeit. Wir haben vorher in Karlshorst gewohnt, und aufgrund der Kinder sind wir in die Frankfurter Allee gezogen, um eine gr\u00f6\u00dfere Wohnung zu haben, und als die Kinder dann gro\u00df, reif und fl\u00fcgge waren, sind wir in eine kleinere Wohnung gezogen.<br \/>\nDas, was hier jetzt gemacht wird, sind Sanierungsarbeiten. Das wird einem doch bewusst, und was einem noch bewusst wird ist die Sanierung unserer Stra\u00dfe. Ich wohne ja hier unten. Hier ist ja ein bisschen was gebaut und saniert worden, so dass es eben einen Klientelwechsel an Bewohnern gab.<br \/>\nC: Inwiefern?<br \/>\nW: Naja, sagen wir mal so: Durch die Sanierung sind die Wohnungen ja so aufgearbeitet worden, dass sie von einfach strukturierten und mit finanziellen Grundlagen schwach ausgestatteten Leuten eigentlich nicht mehr bewohnt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nInsofern hat sich die Struktur der Bewohner, sag ich mal, auf eine andere Ebene gestellt. Es gibt hier das Haus auf der Ecke gegen\u00fcber, da ist immer mal wieder was mit Alkohol, sag ich mal so. Das ist halt nicht saniert worden \u2013 au\u00dfer mal ein bisschen Farbe an die Wand. Und es sind eben Wohnungen, die auf dem unteren Mietlevel liegen, und da spielt sich eben eine Menge ab. Also, da vergeht kein Monat, dass mal nicht die Polizei da ist, oder dass mal nicht gepru\u0308gelt wird oder sonst irgendwas. Das ist so das letzte Haus auf der ganzen Stra\u00dfe. Ansonsten hat sich dieses ganze Wohnklientel \u2013 ich kann das schon ganz gut beurteilen, weil ich schon ganz lange da wohne \u2013 v\u00f6llig ver\u00e4ndert.<br \/>\nC: Sie hatten ja schon ein paar Mal erw\u00e4hnt, dass das Viertel wie die Gro\u00dfstadt recht anonym ist, dass man mit seinen Nachbarn nicht wirklich in Kontakt steht, W\u00fcrden Sie sich da etwas w\u00fcnschen in der Nachbarschaft?<br \/>\nW: Na ja, sagen wir mal: Das ist schon noch ein bisschen anders: Also bei uns im Nachbarhaus beobachten wir schon \u00fcber Jahre hinweg, dass die so Hoffeste machen und zusammensitzen.<br \/>\nDas gibt es schon, aber nicht in unserem Haus. Es liegt wahrscheinlich an der Struktur: Bei uns im Haus wohnen sehr viele \u00e4ltere Leute, so wie wir auch, und wir sind am Wochenende kaum da, weil wir immer auf dem Grundst\u00fcck sind, dann ergibt sich das nicht so. Meine Frau arbeitet drei Schichten, ich bin auch immer erst sp\u00e4tabends zu hause. Man unterh\u00e4lt sich zwar im Haus, wenn man sich trifft, sagt \u00bbGuten Tag\u00ab, aber es sind wenige Mitbewohner, mit denen man regelm\u00e4\u00dfig und l\u00e4nger kommuniziert. Berlin ist eine anonyme Stadt.<br \/>\nBei uns im Haus wohnt eine alte Dame, die sehe ich im Jahr vielleicht drei Mal, und alle anderen w\u00fcrden das genauso sagen. Und wenn die keine Familie h\u00e4tte und w\u00fcrde irgendwann in der Wohnung sterben, dann w\u00fcrde es Wochen oder Monate dauern, bevor jemandem auff\u00e4llt, dass sie nicht mehr da ist. Das ist Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>C: Zur Zeit wohnen Sie&#8230; W: &#8230;auf der Wotanstra\u00dfe. C: Wie lange wohnen Sie schon dort? W: Wir wohnen da seit 1975, und ich habe immer in Lichtenberg gelebt. C: Stand f\u00fcr Sie denn je die Frage im Raum in welches Gebiet man in Berlin zieht? W: Hier gab es die Wohnm\u00f6glichkeit. 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